Pflegegrade

Pflegegrade – welche Voraussetzungen sind nötig?

Die Voraussetzungen für die berechtigte Einstufung in einen Pflegegrad wurden komplett gestrichen. Die pflegewissenschaftlichen Richtlinien (ABEDL´s) haben keine Gültigkeit mehr.

Pflegeerschwerende Faktoren und pflegebehindernde Räumlichkeiten, die den Pflegeaufwand erhöhen, sind ebenfalls gestrichen und werden bei den Begutachtungen nicht mehr berücksichtigt.

Die Kriterien der Pflegebedürftigkeit lassen sich wie folgt darstellen:

Diagnosen + Symptome + subjektives Befinden
plus
geleisteter Hilfebedarf
plus
Hilfsmittel

Geprüft wird nur noch die reine Selbstständigkeit, die die Gutachter aller Medizinischen Dienste willkürlich festlegen dürfen.
Das ist ein Skandal, weil pflegende Angehörige und Pflegepersonen ihren erhöhten Aufwand nicht mehr geltend machen können.

Zitat aus den Begutachtungsrichtlinien des GKV-Spitzenverbandes zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit nach dem XI. Buch des Sozialgesetzbuches unter Punkt 1. Allgemeines auf Seite 12/13:

„Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) wurde zum 01.01.2017 die pflegerische Versorgung durch einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsinstrument auf eine neue pflegefachliche Grundlage gestellt. Erstmals sollen damit alle für die Feststellung von Pflegebedürftigkeit relevanten Kriterien in einer für alle Pflegebedürftigen einheitlichen Systematik erfasst werden, unabhängig davon, ob diese auf körperlichen, psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen beruhen. Die Pflegebedürftigkeit orientiert sich allein daran, wie stark die Selbstständigkeit bzw. die Fähigkeiten eines Menschen bei der Bewältigung des Alltags beeinträchtigt sind und er deshalb der Hilfe durch andere bedarf“.

Das heißt im Klartext:
Grundtätigkeiten wie z. B. Zähne putzen, müssen vor dem Gutachter während einer Begutachtung durchgeführt werden.

Normaler Weise lässt sich die Pflegebedürftigkeit von den Krankheitsbildern, den Symptomen und das subjektive Befinden ableiten. Die durchgeführte Pflegehilfe und die bereitgestellten Hilfsmittel unterstreichen die Bedürftigkeit.

Diese Kriterien spielen zwar für die Begutachtung offiziell keine Rolle mehr, jedoch verlieren diese nicht ihre Gültigkeit und sind für eine erfolgreiche Begutachtung weiterhin sehr wichtig.

Machen Sie sich als Betroffene/r anhand der hier aufgeführten Kriterien Ihre Einschränkungen klar und als pflegende Personen den zu leistenden Pflegeaufwand bewusst. Nur dann ist es möglich bei einer Begutachtung erfolgreich zu sein.

Verhinderungspflege

Verhinderung der im Gutachten eingetragene Pflegeperson durch Krankheit oder Urlaub! – In diesen Fällen kann häusliche Ersatzpflege bei der Pflegekasse bis zu 4 Jahre rückwirkend beantragt werden. Verhinderungspflege kann auch stundenweise abgerechnet werden. Bei weniger als 8 Stunden täglich läuft das Pflegegeld für den Versicherten weiter.

zitat_johann_von_goethe